Prozessbeginn gegen Münchener S-Bahn-Schläger – greift die Justiz hart durch?

Am 12. September 2009 hatte eine schreckliche Tat der sogenannten Münchener S-Bahn-Schläger in ganz Deutschland für Aufsehen gesorgt. Zwei 17 und 18 Jahre alte Jugendliche prügelten einen 50-Jährigen Mann zu Tode, nachdem dieser Zivilcourage bewiesen hatte. Der Mann wollte eine Gruppe von Schülern beschützen und mischte sich ein, als die älteren Jugendlichen diese um Geld erpressten.

Das mutige Eingreifen hat der Mann mit seinem Leben bezahlt. Noch auf dem Bahnsteig attackierten die beiden heute Angeklagten Markus S. und Sebastian L. mit zahlreichen Schlägen und Tritten. Selbst als der Mann nur noch regungslos auf dem Boden lag, ließ zumindest einer der beiden nicht von ihm ab und ermordeten ihn schließlich.

Münchener S-Bahn Mord
Münchener S-Bahn Mord

Der Tod des Münchner Geschäftsmanns Brunner sorgte für großes Entsetzen in der Bevölkerung. Es scheint kein Wunder, warum die Zivilcourage immer mehr nachlässt, wenn man möglicherweise mit dem Leben dafür bezahlen muss. Dennoch war das Eingreifen des Mannes richtig und wurde nach seinem Tod posthum mit dem Bundesverdienstkreuz für seine Zivilcourage ausgezeichnet.

Die beiden Angeklagten haben sich zum Prozessauftakt reumütig, jedoch wortkarg. Es scheint jedoch eher so, als habe der Anwalt zu dieser Vorgehensweise geraten, um das Strafmaß möglichst gering zu halten. Die Staatsanwaltschaft plädiert schließlich auf Mord aus niederen Beweggründen. Fraglich ist allerdings, ob sich die beiden Täter überhaupt der Schwere Ihrer Tat bewusst sind. Es scheint eher, als ob diese sich hinter Ihrem angeblich alkoholierten Zustand verstecken. Eine gab an mehrere Flaschen Bier und eine halbe Flasche Wodka intus gehabt zu haben.

Die Befürchtung von Selbstjustiz ist, dass die deutsche Justiz ein viel zu mildes Urteil fällen wird. Die beiden Täter sind noch relativ jung und könnten nach dem Jugendstraffrecht verurteilt werden. Das Höchstmaß hierbei liegt selbst für Mord bei maximal 10 Jahren, wobei in der Praxis meist 6-7 Jahre ausgesprochen werden. Bei guter Führung könnten die beiden Täter somit nach rund 4-5 Jahren bereits wieder auf freiem Fuß sein. Ist das gerecht? Es ist ein Ungleichgewicht der Justiz im angeblichen Rechtsstaat Deutschland, das nicht zu verstehen ist.