Sorge um Opel…. und täglich grüßt das Murmeltier

Vor über einem Jahr machte Opel über Monate Schlagzeilen. Der Mutterkonzern General Motors war kurz vor der Pleite und brachte auch das deutsche Traditionsunternehmen Opel ordentlich in Turbolenzen. Staatshilfen und Garantien wurden lange diskutiert. Es gab Übernahmespekulationen von verschiedenen Investoren und Konkurrenten wie Magna oder Fiat.

Die erhoffte Staatshilfe aus dem sogenannten Deutschlandfons ist nun geplatzt. Wirtschaftsminister Reiner Brüderle gab heute bekannt, dass er gegen die Finanzspritze bei Opel durch den deutschen Staat entschieden habe. Die unvorstellbare Summe von 1,1 Milliarden Euro stand im Raum, welche die Konzernmutter General Motors beantragt hatte. Der Hintergrund dazu liegt offensichtlich in der überraschend starken Erholung des amerikanischen GM Konzerns, der bereits im ersten Quartal wieder fast 1 Milliarde Dollar Gewinn einfahren konnte.

Aus den politischen Reihen gingen weitere Argumente herum, bei denen es hieß, Opel habe bereits vor der Krise Misswirtschaft betrieben.  So seien die akute Wirtschaftslage und die Finanznöte eine Folge aus früheren Fehlentscheidungen und jahrelanger Misswirtschaft an der Konzernspitze. Inzwischen hat Opel nur noch einen Anteil von rund 7% am Markt in Deutschland. Viel zu wenig für 4 große Standorte, die teilweise unter 40% Auslastung liegen und somit nicht mehr ausreichend gewinnorientiert arbeiten können. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass die Hälfte der Werke schließen muss. Tausende Arbeitsplätze in Deutschland sind in großer Gefahr. Die Politik schaut zu und lässt Familien in den Ruin treiben. Reiner Brüderle bleibt hart.

Reine Brüderle
Reine Brüderle

Die Zukunft der Traditionsmarkte ist weiter ungewiss. Momentan muss Opel deutlich schlanker und effizienter werden. Eine Schließung von einem oder gar zwei Standorten scheint unausweichlich. Doch was passiert, wenn die Nachfrage wieder steigt? Wahrscheinlich würden dann neue Produktionsmöglichkeiten in Osteuropa geschaffen. Die deutsche Wirtschaft stirbt aus, Selbstjustiz ist besorgt um tausende Familien und Schicksale.