USA und Russland tauschen Agenten aus, wie zu Zeiten des Kalten Kriegs

Für großes Aufsehen sorgt ein Agentenaustausch, den die USA und Russland vereinbart haben. Zuletzt gab es das in den 80er Jahren während des sogenannten Kalten Kriegs, als sich die USA und Sowjetunion bis auf die Zähne bewaffnet gegenüber standen. Erst vor knapp 2 Wochen gab es Schlagzeilen über eine Festnahme von 10 russischen Spionen in Washington und Boston. Statt einer Verurteilung werden die russischen Agenten nun des Landes verwiesen und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des US-Justizministers wieder in die USA einreisen.

Zuletzt wurde am 11. Februar 1986 auf der Glienicker Brücke zwischen Postdam und West-Berlin ein Agentenaustausch durchgeführt:

Glienicker Brücke
Glienicker Brücke

Offenbar gelang es in Verhandlungen mit Russland im Gegenzug für die 10 russischen Spione vier mutmaßliche westliche Agenten frei zu bekommen. Wegen Kontakten zu westlichen Geheimdiensten sitzen 4  US-Bürger zum Teil seit Jahren in einem russischen Gefängnis. Sowohl die russischen als auch die amerikanischen Agenten mussten sich zuvor schuldig erklären. Ob und in welchem Umfang die mutmaßlichen Agenten tätig waren ist weitestgehend ungewiss, ist bislang ungewiss. Allerdings gehen die Amerikaner gehen nicht davon aus, dass die 10 festgenommen Russen tatsächlich an relevante Informationen gelangen konnten.

Für die Beziehungen zwischen den USA und Russland ist dieser Agentenhandel brisant. Nur zwei Tage vor der Festnahme der russischen Agenten hatten sich US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Dimitri Medwedjew in Washington getroffen und dort das gute Verhältnis beider gelobt. Offenbar ist man nun bestrebt möglichst schnell einen Schlussstrich unter die Agentenaffäre zu setzen. Die US-Behörden ließen verlauten, dass die Agenten New York in Richtung Moskau bereits verlassen hätten. In anderen Berichten wurde allerdings Wien als Ort für den Austausch der 10 russischen Agenten gegen die 4 amerikanischen Agenten genannt.

Wie auch immer dieser Handel ausgehen wird, eines ist gewiss. Obwohl der Kalte Krieg offiziell seit rund 20 Jahren eingestellt ist, spionieren sowohl die Amerikaner als auch die Russen weiterhin die jeweils andere Weltmacht aus. Obwohl es Abrüstungsvereinbarungen gibt und offiziell sogar die Atomwaffen drastisch reduziert werden sollen, bleibt der Misstrauen aus eigentlich längst vergangen Tagen. Selbstjustiz ist nicht unbedingt überrascht über diese Enthüllung, jedoch bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten einen kühlen Kopf behalten. Es wäre nicht auszudenken, wenn durch mögliche Spannungen und aufkommendes Misstrauen ein neues Wettrüsten entstehen würde.

Die Kanzlerin nutzt die Euphorie des Sommermärchens

Deutschland ist nach einem weiteren überragenden WM Spiel im Halbfinale. Das Sommermärchen von 2006 geht weiter und scheint sich zu wiederholen. Unter den Top 4 ist die deutsche Nationalmannschaft bereits und es folgt nun das Finale oder zumindest das kleine Finale um den dritten Platz.  Mit einem grandiosen 4:0 Sieg verschaffte sich die deutsche Elf wieder weltweit großes Ansehen.

Von dieser allgemeinen Euphorie möchte wohl auch die sichtlich angeschlagene Kanzlerin profitieren. Es scheint zumindest kein Zufall, dass sich Angela Merkel gerade jetzt vor Kameras als Siegerin feiern lässt. War es möglicherweise ein geplanter Schachzug, um von der eigenen Unfähigkeit in Deutschland abzulenken?

In Südafrika wurde Angela Merkel zumindest herzlich von Präsident Jacob Zuma empfangen. Sie nutzte auch gleich die Möglichkeit für die erfolgreiche Ausrichtung der Fifa Weltmeisterschaft 2010 zu gratulieren. Schließlich wurde Angela Merkel noch die Ehre zu teil, das Spiel direkt neben Präsident Zuma anzusehen. Im allgemeinen Freudentaumel nach dem 4:0 Sieg bekam der sogar einen zarten Kuss auf die Wange von der deutschen Kanzlerin.

Jacob Zuma
Jacob Zuma

Es bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack, wenn man überlegt, was sich Angela Merkel in den letzten Wochen alles erlaubt hat. Eigentlich hat die Kanzlerin kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen und konnte nicht einmal in den eigenen Reihen für Ordnung sorgen. Da ist so ein Fußballspiel mit Medienpräsenz doch genau die richtige Werbung für eine Kanzlerin mit Herz? So mag man wohl glauben, Selbstjustiz ist aber überzeugt, dass dieser Kurztrip nach Südafrika ein geschickter Schachzug war, um von der eigenen Inkompetenz in der Politik abzulenken.