No Victory for Greece

Dr. Josef Ackermann zu Gast bei Maybrit Illner. Er bezweifelt öffentlich, dass die Griechen es schaffen werden, ihre Schulden zurück zu bezahlen. Damit gießt er Öl ins Feuer. Die Finanzmärkte teilen seine Meinung ohnehin – es glaubt keiner so wirklich daran, dass  sich wird retten können.

Josef Ackermann
Vorstandschef der Deutschen Bank

Dennoch ist quasi jeder Politiker davon überzeugt, dass man den Griechen helfen musste. Auch – und vor allem – die Banken teilen diese Einschätzung. Nicht ganz uneigennützig, versteht sich. Die meisten Banken, vor allem in Frankreich, haben hohe Bestände griechischer Staatspapiere und sind nicht daran interessiert, diese abzuschreiben.

Dr. Ackermann muss man zu Gute halten, dass er auch in dieser Krise mit seiner Bank wieder einmal keine Probleme hat. Er hat keine griechischen Staatspapiere – mit Ausnahme der Postbank, die ja eine Tochter der Deutschen Bank ist. Aber auch hier geht es nicht um Unsummen – diejenigen, die in Deutschland viele Staatspapiere der Helenen horten, sind vor allem diejenigen, die auch schon viele Schrott-Immobilienpapiere hatten und jetzt am Staatstropf hängen.

So langsam fragt man sich, womit die Deutsche Bank ihre Gewinne erwirtschaftet. Bei nahezu jeder Krise kann Josef Ackermann verkünden: Ja, bei uns ist das kein Problem. Trotzdem wird die Zielmarge von 25% Eigenkapitalrendite eingehalten – das ist angesichts der Turbulenzen erstaunlich.

Diese enormen Erfolge sind aber nicht nur Herrn Dr. Ackermann geschuldet. Es gibt vor allem einen starken Mann bei der Deutschen Bank, der das alles möglich macht: Anshu Jain. Er verdient mehr als sein Chef, ist aber kaum in den Medien präsent. Er ist das Genie hinter den Transaktionen, die das Investmentbanking der Deutschen Bank so nachhaltig profitabel gestalten.

Auch wenn Josef Ackermann oft provoziert: Kompentent ist der Mann – und seinen Job macht er ausgezeichnet.

Griechen wichtiger als Deutsche

Roland Koch hat sich geäußert. Es war klar, nach der Wahl in NRW würden wir einige interessante neue Tatsachen erfahren – jetzt sind sie raus, zumindest zum Teil. Die Rettung Griechenlands und der anderen Pleitestaaten kostet uns einige hundert Milliarden Euro – ist ja eigentlich kein Problem, wir haben ja das Geld.

Roland Koch
Steuern erhöhen, Bildungsausgaben senken

Schön ist auch der Vorschlag Herrn Kochs, dafür die Zukunft Deutschlands komplett zu verspielen – Hauptsache die Griechen können über ihre Verhältnisse leben, da ist es schon mal verzeihlich, wenn wir dafür unseren Bildungsetat im Jahr 2015 komplett streichen – brauchen wir ja ohnehin nicht – wir haben ja Bodenschätze ohne Ende und können auf Bildung pfeifen. Auch die Steuern können wir noch erhöhen – warum auch nicht? Das würde hervorragend zum Wahlversprechen der FDP passen.

Angela Merkel, die sich vor der NRW Wahl noch als eiserne Hüterin des Deutschen Volksvermögens zu etablieren versuchte, trägt inzwischen frohen Mutes die deutschen Staatsfinanzen zu Grabe. Aber ist ja auch kein Problem, die NRW Wahl ist ja überstanden. Das Wählervotum war wohl noch nicht deutlich genug.

Es macht schon großen Spaß, in Deutschland Steuern zu zahlen – das ist ein wahrer Hochgenuss. Wenn wir die Steuergelder einfach in einem großen Feuer verbrennen würden, hätten wir wenigstens noch Wärme davon.

Roland Koch äußerte sich dahin gehend, dass wir jahrzehntelang über unsere Verhältnisse gelebt haben. So viel ist davon bei den Menschen aber nicht angekommen. Aber es ist ja eigentlich auch schon erfreulich, wenn die Griechen mit unserem Geld über ihre Verhältnisse leben können – da haben wir dann wirklich was gewonnen. Vor allem zeigt das den Griechen schön, dass das ein Verhalten ist, das mit einem Milliardensegen belohnt wird.

Es wird Zeit, einige Dinge zu ändern. So kann das nicht weiter gehen.