Zapfenstreich für Horst Köhler – was hinterlässt der Bundespräsident?

Mit einem großen Zapfenstreich wurde heute Bundespräsident a.D. Horst Köhler verabschiedet. In Berlin hatte er zuvor auf Schloss Bellevue die Gelegenheit sich von allen Weggefährten und Mitarbeitern zu verabschieden.  Die Zeremonie verlief dabei streng nach Protokoll. Beim Zapfenstreich handelt es sich um eine militärische Ehrung, die in Deutschland Tradition hat.

Ein Staatsmann geht und es stellt sich die Frage was bleibt. Trotz der ehrenvollen Zeremonie war die Abdankung Köhlers alles andere als ehrenhaft. Er ist bislang der einzige Bundespräsident in Deutschland, der das Handtuch geworfen hat. Fast schon wie ein trotziges Kind hat er die Konsequenzen gezogen.  Mit sofortiger Wirkung, wie Köhler während der Pressekonferenz sichtlich verärgert betonte.

Horst Köhler
Horst Köhler

Köhler ist ein scheidender Präsident, der nicht aus der Politik kam. Seine Wurzeln hat er im Bankensektor.  Auch während seiner politischen Laufbahn nahm er immer Ämter ein, die im Finanzsektor verwurzelt waren. Unter anderem war er langjährig im Bundesfinanzministerium tätig. Noch bis zum Jahr 2004 war es als geschäftsführender Direkter des internationalen Währungsfonds tätig.

Nach seiner Ernennung zum Bundespräsidenten im Jahr 2004 sorgte er für gemischte Gefühle. Nie zuvor gab es einen Präsidenten, der aus der Wirtschaft und nicht aus der Politik kam. Dies stieß bei vielen Politiker und Verbänden auf herbe Kritik. Einige Gewerkschaften befürworteten jedoch die überraschende Wende der zuvor immer politischen Präsidenten.

Während seiner Amtszeit von insgesamt 6 Jahren gab es keine einschneidenden Taten oder Reden, die man mit Köhler in Verbindung bringen würde. Er viel in den vergangen Jahren hauptsächlich dadurch auf, dass er sich immer wieder mit mahnenden Worten für die Regulierung der Finanzmärkte aussprach und an die Vernunft der Banker und Spekulanten appellierte.

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