Wieder Tonnen von Gammelfleich im Umlauf

Der Appetit auf Fleisch wird vielen Verbrauchen in diesen Tagen wieder stark vergehen. Wie nun bekannt geworden ist, gibt es ein neues, schwerwiegendes Gammelfleich Problem in Deutschland. In 88% aller Fleichproben haben Forscher des Bundesinstituts für Ernährung und Lebensmittel im bayerischen Kulmbach einen seltenen Keim gefunden. Dieser Keim ist extrem widerstandsfähig und entwickelt sich ausgerechnet bei Kühlschranktemperaturen im eingeschweißten Zustand.

Der Keim “Clostridium estertheticum” stammt ursprünglich aus Brasilien und hat sich in den letzten Wochen und Monaten rasend ausgebreitet. Es ist ein globales Problem, das nun auch Deutschland erreicht hat. Tonnen von verseuchtem Gammelfleich sollen in Umlauf gebracht sein. Eigentlich müsste dieses kontaminierte Fleisch sofort entsorgt werden, doch immer wieder wird aus Profitgier versucht es doch noch zu “retten”. Das belastete Fleich wird häufig gewaschen und einfach umverpackt.

Die Folgen des Keimbefalls sind bislang noch nicht abzusehen. Die Keime verbreiten sich rasend schnell beim Öffnen der Vakuumbeutel. Sobald Fleich für die Weiterverarbeitung oder Produktion ausgepackt wird, besteht erhebliche Gefahr. In mehreren Fleich verarbeitenden Betrieben ist die Ausbreitung des seltenenes Keims bereits so groß, dass die Produktion komplett eingestellt werden muss. Es sind erhebliche Desinfektionsmaßnahmen erforderlich, die vergleichbar mit einer Seuchensituation sind.

Die größte Gesundheitsgefahr geht aktuell vom möglichen Verzehr aus. Da ungewiss ist, wie viele Tonnen wirklich versucht sind, könnten erhebliche Gammelfleichbestände bereits zu Fertiggerichten, Tiefkühlprodukten oder Konserven verarbeitet worden sein. Das Bundesverbraucherschutzministerium hat eine Risikobewertung in Auftrag geben. Nach Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) sei das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung für den Menschen als unwahrscheinlich anzusehen. Dennoch erscheint diese Aussage aus der Sicht von Selbstjustiz sehr theoretisch und kaum belegbar. Prof. Manfred Gareis vom Bundesinstituts für Ernährung und Lebensmittel sagt, es sei möglich, dass die Keime Gifte bilden und man deshalb das Schlimmste annehmen müsse.

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