Bischöfin Maria Jepsen tritt nach erneutem Missbrauchsskandal zurück

Die erschütternden Nachrichten über Missbrauchsfälle in der katholischen und evangelischen Kirche lassen nicht nach. Erst vor wenigen Wochen wurden Dutzende Fälle in ganz Deutschland aufgedeckt, bei denen besonders in den 70er und 80er Jahren in Deutschland Kinder und Jugendliche von Geistlichen missbraucht wurden.  Der bislang prominenteste Kopf, der damals gerollt ist, was Bischof Mixa. Er trat zurück, als er beschuldigt wurde Kinder mehrfach geschlagen und misshandelt zu haben. Ob er selbst auch Kinder sexuell missbraucht hat, ist ungewiss. Mixa hatte aber zumindest Pastor gedeckt oder im Amt gelassen, die nachweislich Kinder sexuell missbraucht hatten.

Ein ähnliches Schicksal wie bei Bischof Mixa hat sich nun bei der evangelischen Bischöfin der Nordelbischen Kirche, Maria Jepsen ereignet. Auch ihr wurde vorgeworfen, einen Pastor im Kreis Stormarn trotz mehrfacher Missbrauchsvorwürfe gedeckt zu haben. Wie nun bekannt wurde, hatte der Pastor vor allem in den 80er Jahren mehrfach heranwachsende Jungen und Mädchen missbraucht. Bischöfin Jespsen gab nun dem öffentlichen Druck nach und erklärte Ihren Rücktritt. Sie fühle sich nicht mehr in der Lage, die frohe Botschaft des Herrn weiterzusagen, nachdem Ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt wurde.

Maria Jepsen
Maria Jepsen

Bislang behauptet Maria Jepsen, Sie seit bezüglich des beschuldigten Pastors nur von einer außerehelichen Affäre mit einer Frau informiert wurden. Es ist fraglich, ob die Bischöfin wirklich nur diese Version kannte oder ob das nur eine offizielle Begründung nach außen für die Versetzung des Pastors war. Die Indizien sprechen gegen Maria Jepsen. Wie der “Spiegel” und das “Hamburger Abendblatt” übereinstimmend berichten, solle eine eidesstattliche Versicherung vorliegen, die Jepsen schwer belastet.

Die Schwester eines der mutmaßlichen Opfer hatte  diese eidesstattliche Versicherung abgegeben. Sie gibt an, bereits im Oktober 1999 die Bischöfin über sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen informiert zu haben. Dies sei am Rande eines Kongresses in Lübeck Jepsen geschehen, worauf Bischöfin Mario Jepsen sogar noch mit bejahenden Worten reagiert haben soll. Dennoch ließ Sie die Schwester des Opfers einfach stehen und verzichtete auf eine weitere Kommunikation.

Für Selbstjustiz liegt ein weiterer klarer Fall von Vertuschung vor. Offenbar hat nicht nur die katholische Kirche über Jahre versucht die schlimmen Missbrauchsskandale zu verbergen. In der evangelischen Kirche wurde offensichtlich die gleiche Politik des Schweigens und Verdrängens praktiziert. Es gibt wohl kaum eine angemessene Bestrafung oder gar Wiedergutmachung, für das was den Opfern damals widerfahren ist.

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